Persistente Identifikatoren (PIDs) für Forschungsergebnisse

Was ist ein DOI?

Ein Digital Object Identifier(DOI) ist ein eindeutiger und dauerhafter digitaler Identifikator eines Objektes (z. B. einer wissenschaftlichen Publikation, eines Datensatzes oder eines Kunstwerkes). Mit einem DOI werden die Forschungsergebnisse versehen und somit eindeutig referenzierbar und zitierbar

Ein DOI zeigt nicht nur, wo die Ressource zugänglich ist, sondern speichert auch die wichtigen deskriptiven Metadaten dieser Ressource (wie der Titel oder die Autor_innen).

Das DOI-System ist übrigens ein ISO-Standard (26324:2012).

Welche Ressourcen bekommen an der TU Wien einen DOI?

Nach Abfrage, können wir DOIs registrieren, für alle Dokumente, die in das institutionelle Repositorium reposiTUm hochgeladen werden. In der neuen Version von resposiTUm (für April 2020 geplant) erhalten alle Dokumente automatisch einen DOI.

Die Artikel der TU-Journalen sowie Bücher, Conference Proceedings, Dissertationen und Schriftenreihen, die über TU Wien Academic Press veröffentlicht werden, erhalten natürlich ebenso einen DOI.

Wie ist die Syntax eines DOI?

Ein DOI besteht aus einem DOI-Präfix und einem DOI-Suffix, die durch einen Schrägstrich getrennt sind. Ein DOI-Präfix kann beispielerweise so aussehen: 10.34726. DOI-Suffixe können Zeichen aus dem Universal Character Set enthalten, d.h. Buchstaben, Zahlen, Striche, Punkte und Pluszeichen. Eine ausführlichere Beschreibung ist im DOI Handbuch zu finden.

Beispiele für DOIs:

Welche Kriterien gibt es für die DOI-Vergabe? Sind DOIs auch für Software, Workflows, Computermodelle und graue Literatur geeignet?

Für die DOI-Vergabe sind folgende Kriterien zu berücksichtigen:

Ein DOI ist für alle Arten von Ressourcen geeignet, die die oben genannten Kriterien erfüllen.  

Können DOIs für Ressourcen mit eingeschränktem Zugang vergeben werden?

Ja, vorausgesetzt, dass der Metadateneintrag öffentlich ist und die jeweilige Landing-Page angibt, unter welchen Bedingungen oder für welche Personen der Zugriff auf die Ressourcen möglich ist.

Können DOIs für geschlossene Ressourcen vergeben werden?

Ja, wenn der Metadateneintrag öffentlich ist.

Wenn sowohl der Metadateneintrag als auch die Ressource geschlossen sind, sind die Kriterien der DOI-Vergabe nicht erfüllt. Ein anderer geeigneter persistenter Identifikator (z. B. Handle) kann vergeben werden.

Verweist ein DOI direkt auf die Ressource?

Nein, in der Regel ist ein DOI mit einer auflösbaren URL verknüpft, dir auf eine Landing-Page für die mittels DOI identifizierte Ressource verweist.

Eine Landing-Page stellt Objekte dar und liefert mindestens die folgenden Informationen:

Gibt es andere persistente Identifikatoren für Forschungsergebnisse?

Ja, es gibt auch andere Systeme wie z. B. Handle, Uniform Resource Name (URN) und Persistent Uniform Ressource Locator (PURL). Sie werden häufig für Hochschulschriften oder in Repositorien verwendet. Für zitierbare wissenschaftliche Dokumente und Daten werden aber in der Regel DOIs empfohlen.

Das Handle-System identifiziert digitale Objekte (Videos, Bilder, Zeitschriften etc.), damit sie auffindbar sind, unabhängig vom Namen des Servers, auf dem sie sich befinden. Das Handle-System wurde von der Corporation for National Research Initiatives (CNRI) entwickelt und wird von vielen anderen übergeordneten Systemen verwendet, wie z. B. DOI. Da DOI und Handle auf der gleichen Infrastruktur aufgebaut sind, ist die technische Interoperabilität zwischen diesen Identifikatoren zu 100 % gegeben. Ein Handle hat folgende Struktur: http://hdl.handle.net/11449/152663

Ein URN ist eine Zeichenkette, die digitale Objekte eindeutig durch einen Namen identifiziert, unabhängig davon, ob es sich um Textdokumente, Soundclips, Software, Bilder oder andere Objekte handelt. Der URN identifiziert das Objekt und ermöglicht die Zitierung. Ein URN hat folgende Struktur: urn:nbn:at:at-ubtuw:3-5866
Da es keine gemeinsame internationale Lösungsinfrastruktur oder keinen gemeinsamen Workflow für URNs gibt, ist es unmöglich, eine allgemeine Interoperabilität mit URNs herzustellen.

Das PURL-System (verwaltet vom OnLine Computer Library Center, OCLC) trennt den Namen eines Dokuments von seinem Speicherort. Dies erhöht die langfristige Auffindbarkeit des Dokumentes. Wenn es seinen Speicherort wechselt, ändert sich seine URL, aber der PURL bleibt gleich.
Der PURL zeigt nicht direkt auf den Standort einer Ressource im Internet, sondern auf einen Zwischenauflösungsdienst (OCLC PURL-Server, der als Vermittler fungiert), der den PURL mit dem URL verknüpft und diesen URL an den Client zurückgibt (Standard HTTP-Umleitung). Ein PURL hat folgende Struktur: http://purl.org/ontology/bibo/oclcnum

Siehe auch:

PIDs für Personen (ORCID iD, Scopus Author ID, ResearcherID, arXIv Author ID)

PIDs für Organsiationen (Ringgold, GRID, ROR)